Alternativen zur Nachtspeicherheizung: Übersicht der Optionen

Überblick

Ursprünglich konzipiert, um die nachts anfallenden Überkapazitäten in der Stromproduktion sinnvoll zu nutzen, stehen Nachtspeicherheizungen inzwischen für ineffizienten und teuren Betrieb. Aufgrund fehlender Warmwasserleitungen, Heizkörper und Heizungsräume war die Umstellung auf alternative Heizsysteme mit günstigeren Betriebskosten für lange Zeit jedoch sehr teuer und aufwendig. Angesichts fortschreitender Technologie und großzügiger Förderungen ist der Umstieg auf moderne, effiziente und nachhaltige Technik heute jedoch in den meisten Fällen schon für 5.000-10.000 Euro möglich. Dank deutlich reduzierter Heizkosten amortisiert sich diese Investition meist in unter 5 Jahren. Ein Heizungstausch ist daher so attraktiv wie noch nie und sollte definitiv in Betracht gezogen werden.

In diesem Blogbeitrag werden wir die Vor- und Nachteile von Nachtspeicherheizungen näher beleuchten, moderne Alternativen vorstellen und wertvolle Tipps für den Wechsel zu einem effizienteren Heizsystem geben.

Geschichte der Nachtspeicherheizung

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Nachtspeicherheizungen als Alternative zu Kohle- oder Ölheizungen beworben, insbesondere in ländlichen Gegenden ohne Gasversorgung. Wichtige Argumente dafür waren weniger Staub- und Geruchsentwicklung vor Ort, der Wegfall von Lagerraum für Brennstoffe und eine unkompliziertere Haustechnik. Anders als bei Warmwasserheizungen waren nur leicht nachrüstbare Stromleitungen erforderlich, statt komplexer Rohrsysteme.

Die Nachtspeicherheizung war aus Sicht der Energieversorger damals eine innovative Lösung, um die nächtlichen Überkapazitäten ihrer Grundlastkraftwerke, zunächst Kohlekraftwerke und später auch Kernkraftwerke, zu nutzen. Diese Kraftwerke produzierten auch nachts Strom, der ohne Nachfrage verloren ging. Nachtspeicheröfen konnten diesen Strom in Wärme umwandeln und speichern, um ihn tagsüber abzugeben. Bis in die 1980er Jahre waren sie aufgrund staatlicher Förderungen weit verbreitet. Doch mit der Liberalisierung des Strommarkts und dem technischen Fortschritt begann ihr Niedergang.

Funktionsweise und Problematik

Nachtspeicheröfen laden sich über Nacht mit Strom auf, der in speziellen Heizwendeln Wärme erzeugt und diese in Steinen im Inneren speichert. Die gespeicherte Wärme wird dann tagsüber langsam an den Raum abgegeben, gesteuert durch eingebaute Ventilatoren.

Die ursprünglichen Vorteile der Nachtspeicherheizung – niedrige Anschaffungskosten und einfache Installation – werden von erheblichen Nachteilen überschattet. Die Betriebskosten sind aufgrund der ineffizienten Wärmerzeugung dieser Strom-Direktheizung extrem hoch. Gefahren wie Brandrisiko und schlechte Luftqualität kommen hinzu, und das Asbestrisiko bei älteren Modellen stellt eine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar. Der historische Vorteil getrennter Tag- und Nachtstromtarife ist zudem nahezu verschwunden.

Warum die Umrüstung auf viele Alternativen schwierig ist

Die Umrüstung von alten Nachtspeicheröfen auf gebäude-zentrale Wärmesysteme wie zB. Gasheizungen oder Wärmepumpen stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Zum einen fehlen in Gebäuden mit Nachtspeicheröfen die notwendigen Heizkörper und Warmwasserrohre für eine zentrale wasserführende Wärmeversorgung, was umfassende und kostspielige bauliche Maßnahmen für Installation dieser Komponenten erforderlich macht. Zum anderen gibt es oft keinen vorhandenen Heizungsraum, da Nachtspeicheröfen keine zentrale Heizungsanlage benötigen. Die Einrichtung eines solchen Raums erfordert zusätzlichen Platz und kann die Gesamtkosten der Umrüstung weiter in die Höhe treiben. Diese strukturellen Hürden machen den Wechsel zu modernen Heizsystemen in solchen Gebäuden äußerst komplex und teuer.

Investitions- und Betriebskostenvergleich der Alternativen

Für einen Austausch von Nachtspeicherheizungen gibt es verschiedene Alternativen, die im Folgenden im Überblick mit ihren jeweiligen Vor-und Nachteilen und Kosten für die Umstellung dargestellt werden. Insgesamt gilt es bei dem Vergleich der Alternativen abzuwägen, wie groß auf der einen Seite der Aufwand und die Kosten für eine Umrüstung sind und wie groß auf der anderen Seite die erwartete Senkung der Heizkosten ist. Historisch konnte man sagen, dass Lösungen wie Infrarotheizungen oder andere moderne Stromheizungen zwar einfach und günstig zu installieren waren, jedoch kaum die Effizienz verbesserten und dadurch auch die Heizkosten nicht nennenswert senkten. Lösungen, welche die Heizkosten deutlich senkten, wie z.B. Gas- oder Pelletheizungen, waren auf der anderen Seite immer sehr teuer und aufwendig zu installieren, da sie ein zentrales Heizsystem benötigen. Innovative Luft-Luft-Wärmepumpen lösen nun jedoch diesen bisherigen Widerspruch. Dadurch, dass sie sowohl einfach und günstig zu installieren sind, sowie eine viermal effizientere Heiztechnik nutzen, zahlt sich die Umstellung innerhalb weniger Jahre ab und innerhalb von 10 Jahren können häufig 10.000 Euro oder mehr gespart werden. 

Die folgende Grafik gibt einen zusammenfassenden Überblick zum Vergleich der einzelnen Alternativen inkl. der zu erwartenden Kosten für eine entsprechende Umrüstung von Nachtspeicherheizungen. Die Grafik basiert auf dem Praxisbeispiel eines unserer Pilotkunden. 

Praxisbeispiel für den Austausch einer Elektroheizung im eigentümergenutzten Einfamilienhaus:

Kostenübersicht bezüglich Alternativen zu Nachtspeicherheizungen - Luft-Luft-Wärmepumpen sind die attraktivste Lösung

Dieses Praxisbeispiel basiert auf dem Einfamilienhaus eines Kunden. Energieeffizienzklasse E, mit 110 m2 Nutzfläche und 15,600 kWh Heizbedarf pro Jahr. *Komplette Umrüstung inkl. fachgerechter Entsorgung der vorhandenen Nachtspeicher und die Installation der Luft-Luft-Wärmepumpen. Förderung nur auf förderfähige Maßnahmen des Gesamtpaketes angerechnet. **Inklusive Heizkosten und Wartung. Annahmen: Nachtstromtarif von 23 Cent / kWh, Haushaltsstrom für LL-WP von 29 Cent / kWh, Jahresarbeitszahl von 3,5 für Luft-Luft-Wärmepumpe, 3,0 für Luft-Wasser-Wärmepumpe angenommen

Detallierte Übersicht der Alternativen zum Austausch von Nachtspeicheröfen

Infrarotheizungen:

Infrarotheizungen als moderne Strom-Direktheizungen bieten eine günstig zu installierende Alternative zu alten Nachtspeicherheizungen, bieten jedoch keine signifikanten Effizienzgewinne. Zu den Vorteilen zählen die einfache Installation und der geringe Wartungsaufwand, da sie keine komplexen Leitungssysteme erfordern. Sie bieten zudem eine schnelle und gezielte Abgabe von Strahlungswärme, die oft als angenehm empfunden wird. Ein wesentlicher Nachteil bleibt jedoch auch bei dieser Stromdirektheizung der hohe Stromverbrauch, da im Gegensatz zu einer Wärmepumpe jede Kilowattstunde Strom in lediglich eine Kilowattstunde Wärme übersetzt wird. Infrarotheizungen sind daher vor allem für gut gedämmte Niedrigenergie- bzw. Passivhäuser mit einem geringen Wärmeverbrauch geeignet, während sie in Altbauten zu sehr hohen Heizkosten führen und kaum Effizienzgewinne im Vergleich zu einer Nachtspeicherheizung bieten. Desweiteren profitiert man mit Infrarotheizungen nicht mehr von günstigeren Nachtstromtarifen.

Gas- und Ölheizungen:

Gas- und Ölheizungen sind bewährte Heizmethoden, die sich durch ihre hohe Bekanntheit, Zuverlässigkeit und leichte Regulierbarkeit auszeichnen. Allerdings sind sie von fossilen Brennstoffen abhängig, was mit zukünftigen Preisunsicherheiten verbunden ist und im Zuge des inkraftgetretenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) regulatorisch auf lange Sicht nicht mehr zukunftsfähig ist. Zudem ist die Installation einer zentralen Heizungsanlage inkl. Warmwasser-Kreislauf und Heizkörpern erforderlich, was hohe initiale Kosten und bauliche Eingriffe mit sich bringt.

Pelletheizung:

Pelletheizungen sind prinzipiell eine umweltfreundliche Alternative, die Abfälle aus der Holzindustrie als erneuerbare Ressource nutzt und eine CO₂-neutrale Verbrennung ermöglicht. Allerdings ist auch die Verfügbarkeit von Holzabfällen begrenzt, was die Skalierbarkeit der Technologie einschränkt. Zudem kann der Kauf von Holzabfällen, wenn auch durch indirekte Effekte, die Abholzung von Wäldern befördern.

Ein signifikanter praktischer Nachteil dieser Heizungstechnik ist der physische Platz für die Lagerung des Brennmaterials. Auch die Anschaffungskosten und der Wartungsaufwand sind vergleichsweise hoch. Hinzu kommt durch die Nutzung des Rohstoffs Holz auch die Abhängigkeit von unvorhersagbaren Preisentwicklungen auf den Rohstoffmärkten.

Auch bei dieser Heizungstechnik ist die Installation einer zentralen Heizungsanlage inkl. Warmwasser-Kreislauf und Heizkörpern erforderlich, was hohe initiale Kosten und bauliche Eingriffe mit sich bringt.

Fernwärme:

Fernwärme bietet eine effiziente Heizlösung mit minimalen Wartungsanforderungen für den Endverbraucher, besonders in städtischen Gebieten mit vorhandener Infrastruktur.

Die Verfügbarkeit von Fernwärmenetzen ist jedoch geografisch begrenzt. Der zentrale Nachteil dieser Heizungslösung ist jedoch die Abhängigkeit vom lokalen Fernwärme-Anbieter (meist Stadtwerke) und dessen Preispolitik. Dies äußert sich oft in sehr hohen Anschlusskosten, sowie auch Betriebskosten für den Bezug der Fernwärme im Vergleich zu Gas oder Strom, zumal auch diese Wärmenetze perspektivisch ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden dürfen, wodurch die Preise weiter steigen dürften.

Auch bei dieser Heizungstechnik ist die Installation einer zentralen Heizungsanlage inkl. Warmwasser-Kreislauf und Heizkörpern erforderlich, was hohe initiale Kosten und bauliche Eingriffe mit sich bringt.

Luft-Wasser-Wärmepumpe:

Luft-Wasser-Wärmepumpen stellen eine weiteres zentrales Heizungssystem dar, welches Raumheizung und Warmwasserbereitung kombiniert. Die hohe initiale Investition und die erforderlichen baulichen Anpassungen für die zentrale Anlage, den Wasserkreislauf, sowie Heizkörper können jedoch eine finanzielle Hürde darstellen. Hinzu kommt, dass für einen effizienten Betrieb dieses wasserführenden Systems oft zusätzliche Investitionen in die Gebäude-Dämmung notwendig sind, um den Wärmebedarf und damit die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe auf ein effizientes Niveau zu senken.

Luft-Luft-Wärmepumpe::

Luft-Luft-Wärmepumpen, auch Klima-Splitgeräte genannt, vereinen eine effektive Heizung und Kühlung in einem System, was ganzjährigen Komfort bietet. Zentraler Vorteil der Luft-Luft-Wärmepumpe gegenüber Nachtspeicherheizungen / Strom-Direktheizungen ist der deutlich geringere Stromverbrauch, da die Wärmepumpe jede Kilowattstunde Strom in 4 Kilowattstunden Wärme übersetzt. Damit können die Betriebskosten entsprechend stark gesenkt werden.

Da bei Luft-Luft-Wärmepumpen zudem keine zentrale Heizungsanlage inkl. Warmwasser-Kreislauf und Heizkörpern erforderlich ist, entfällt die aufwendige Installation von Rohrleitungen. Ähnlich wie bei typischen Klimageräten müssen lediglich die Innengeräte mit Kältemittelleitungen verbunden werden, was die Installation erheblich vereinfacht und beschleunigt. Zudem ist kein Heizraum im Keller notwendig, wodurch zusätzliche Investitionskosten und Platzbedarf entfallen. Diese Vorteile machen Luft-Luft-Wärmepumpen zu einer kostengünstigen und leicht zu installierenden Lösung, was sie besonders geeignet macht für schnelle und einfache Nachrüstungen in bestehenden dezentral beheizten Gebäuden, wie im Falle der Nachtspeicherheizung. Um mehr über das Heizen mit Luft-Luft-Wärmepumpen zu erfahren klicken sie hier.

Fazit

Die Umstellung von Nachtspeicherheizungen war für lange Zeit entweder sehr teurer und aufwendig oder mit geringen Einsparungen bei Heizkosten verbunden, wodurch sich die Umstellung für Eigentümer typischerweise nur über sehr lange Zeiträume rechnete. Durch die Luft-Luft-Wärmepumpe hat sich dies stark verändert. Mit dieser Technik ist die Umstellung sowohl einfach wie kostengünstig umzusetzen, als auch mit signifikanten Effizienzgewinnen verbunden. So können nicht nur 75% der Heizkosten gespart werden sondern auch die Wohnqualität verbessert werden.

Mit staatlichen Förderungen rechnet sich die Umstellung momentan innerhalb von drei bis sechs Jahren, und danach werden tausende Euro Heizkosten pro Jahr gespart. Daher sollte jeder Eigentümer über einen Wechsel nachzudenken. Denn mit dem Wechsel lässt sich sowohl bares Geld wie auch CO2 sparen. 

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