Förderung von Luft-Luft-Wärmepumpen erklärt: Verständliche Übersicht

Überblick

Zum Jahreswechsel gab es zahlreiche Änderungen in der Förderlandschaft für Heizungsanlagen. Dieser Artikel gibt Ihnen eine klare Übersicht über die aktuelle Förderung und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Förderung von Luft-Luft-Wärmepumpen für Privateigentümer.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Luft-Luft-Wärmepumpen sind förderfähig.
  • Relevantes Förderprogramm seit 01.01.24: KfW Heizungsförderung für Privatpersonen (Wohngebäude), KfW Zuschuss Nr. 458.
  • Zuschuss bis zu 70 % der Kosten: 30% Grundförderung + 20% Geschwindigkeitsbonus + 20% Einkommensbonus.
  • Förderung ist abhängig von verfügbaren Haushaltsmitteln, kein Rechtsanspruch

Aktuelle Förderlandschaft im Überbllick

Die Heizungsförderung ist seit dem 01.01.2024 vom ehemals zuständigen Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewandert. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist hier die KfW Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (Zuschuss Nr. 458) für den Kauf und Einbau einer neuen, klima­freundlichen Heizung relevant.

Was wird gefördert?

Zu den geförderten Maßnahmen gehören:

  • der Kauf und die Installation von elektrisch ange­triebenen Wärme­pumpen (auch Luft-Luft-Wärmepumpen)
  • die Fach­planung und Bau­begleitung durch einen Energie­effizienzexperten
  • die Kosten für vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen (sogenannte Umfeldmaßnahmen). Dazu gehören ua. auch der Aus- und Rückbau der alten Heizungstechnik.

Voraussetzungen für förderfähige Luft-Luft-Wärmepumpen:

  • Außengerät auf der aktuellen BAFA Liste der förderfähigen Wärmepumpen gelistet
  • Förderfähige Kombination eines Außengeräts mit mehreren Innengeräten durch Energielabel mit einer Effizienzklasse von mindestens A++ im Heizbetrieb
  • Wärmepumpe ist mit einer Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige ausgestattet / nachgerüstet
  • Wärmepumpe verfügt über eine Schnittstellen, über die sie automatisiert netzdienlich aktiviert und betrieben werden kann

Der Energieeffizienzexperte, der Sie beim Förderantrag unterstützt, kann gemeinsam mit dem umsetzenden Klima-Fachbetrieb durch die passende Auswahl der Luft-Luft-Wärmepumpen und die entsprechende Ausstattung die Erfüllung der Kriterien sicherstellen.

Wer wird gefördert?

Die Antragstellung für die Heizungsförderung startet gestaffelt. Aktuell sind Eigentümer von selbstgenutzten Einfamilienhäusern, ungeteilten Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften, die Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum umsetzen, antragsberechtigt. Alle förderfähigen Vorhaben können bereits begonnen werden. Wenn das Vorhaben zwischen dem 29.12.2023 und dem 31.08.2024 startet, kann der Antrag bis zum 30.11.2024 nachgereicht werden.

Ab Ende August 2024 sind auch Eigentümer von vermieteten oder nicht selbstgenutzten Einfamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen antragsberechtigt, wenn Maßnahmen am Sondereigentum durchgeführt werden.

Wie wird gefördert?

Der Zuschussbetrag hängt von den förderfähigen Kosten ab. Für Einfamilienhäuser werden Kosten bis 30.000 Euro berücksichtigt. Sie erhalten maximal 70 % dieser Kosten als Zuschuss. Der Zuschuss besteht aus einer Grundförderung von 30% und möglichen Bonusförderungen:

  • 20% Klimageschwindigkeitsbonus: Sie erhalten diesen Bonus, wenn Sie als selbstnutzende Eigentümerin oder selbstnutzender Eigentümer Ihre funktionierende Öl-, Kohle-, Gas-Etagen-, Nachtspeicherheizung oder mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung austauschen und fachgerecht entsorgen.
  • 20% Einkommensbonus: Als selbstnutzender Eigentümer erhalten Sie den Einkommensbonus, wenn Ihr jährliches Haushaltseinkommen maximal 40.000 Euro beträgt
  • 5% Effizienzbonus: Diesen erhalten Sie zusätzlich bei Luft-Luft-Wärmepumpen, die ein natürliches Kältemittel wie zB. Propan verwenden. Da solche natürlichen Kältemittel bei den aktuellen Klima-Splitgeräten im Markt jedoch noch eine untergeordnete Rolle spielen, wird dieser Bonus erst in Zukunft bei neuen technologischen Entwicklungen seitens der Hersteller relevant werden.

Schritt für Schritt zum Förderantrag

Bevor Sie den Zuschuss beantragen, müssen Sie eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Experten bzw. ein Fachunternehmen beauftragen. Diese erstellen eine Bestätigung zum Antrag (BzA), die Informationen über die geplante Heizung, die förderfähigen Kosten und die Einhaltung der technischen Anforderungen enthält. Zugelassene Experten sind in der Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena) aufgeführt.

1. Experten beauftragen

Bevor Sie den Zuschuss beantragen, müssen Sie eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Experten bzw. ein Fachunternehmen beauftragen. Diese erstellen eine Bestätigung zum Antrag (BzA), die Informationen über die geplante Heizung, die förderfähigen Kosten und die Einhaltung der technischen Anforderungen enthält. Zugelassene Experten sind in der Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena) aufgeführt.

2. Vertrag abschließen

Um einen Antrag stellen zu können, muss ein Vertrag mit Ihrem Fachunternehmen bestehen, der erst gilt, wenn Sie die Förderzusage der KfW erhalten. Der Vertrag sollte das geplante Datum der Maßnahme enthalten, welches im Bewilligungszeitraum liegen muss. Für Vorhaben zwischen dem 29.12.2023 und 31.08.2024 kann der Antrag bis zum 30.11.2024 nachgeholt werden, ohne die Bedingung im Vertrag. Änderungen im Vertrag nachträglich sind nicht erlaubt. Die KfW stellt Ihnen eine Musterformulierung für die Vertragsbedingungen zur Verfügung, die angepasst werden sollte.

3. Registrieren und Antrag stellen

Registrieren Sie sich im Kundenportal „Meine KfW“ und stellen Sie den Antrag, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen.

Aktuelle Ausnahme: Bei einem Vorhabens­beginn zwischen dem 29.12.2023 und dem 31.08.2024 kann der Antrag bis zum 30.11.2024 nachgeholt werden.

Um den Antrag zu stellen, benötigen Sie die 15-stellige BzA-ID aus der Bestätigung zum Antrag (BzA), die Sie von Ihrem Energieeffizienz-Experten oder Fachunternehmen erhalten. Ihr Zuschussantrag umfasst die Kosten für den Kauf und Austausch der Heizungsanlage sowie die Bauüberwachung durch den Energieeffizienz-Experten.

4. Vorhaben umsetzen

Sobald Sie die Zusage für den Zuschuss erhalten haben, können Sie mit Ihrem Vorhaben beginnen. Sie haben 36 Monate Zeit, um es abzuschließen. Nach Abschluss bestätigt Ihr Energieeffizienz-Experte oder Fachunternehmen die ordnungsgemäße Durchführung und erstellt eine “Bestätigung nach Durchführung” (BnD).

5. Nachweise einreichen

Nach Abschluss des Vorhabens, frühestens ab September 2024, müssen Eigentümer von selbstgenutzten Einfamilienhäusern ihre Identität nachweisen. Die Identifizierung erfolgt per Schufa-Check, Video-Identifizierung oder Postident-Verfahren. Nach Durchführung des Vorhabens müssen Sie die “Bestätigung nach Durchführung” (BnD) und alle Rechnungen hochladen. Weitere Nachweise sind ggf. nötig. Alle Nachweise müssen spätestens 36 Monate nach der KfW-Zusage und innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Rechnung eingereicht werden.

Fazit

Die Förderung von Luft-Luft-Wärmepumpen durch die KfW bietet Ihnen eine attraktive Möglichkeit für einen Heizungswechsel, um sich mit geringen Investitionskosten zukunftsfähig und GEG-konform aufzustellen und gleichzeitig einen Beitrag zur Wärmewende zu leisten. Durch eine pragmatische Übergangsfrist aktuell bis November 2024 können Sie direkt mit dem Heizungstausch loslegen und von bis zu 70% Förderung profitieren. Lassen Sie sich jetzt von einem Energieeffizienzexperten oder Fachpartner beraten.

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