Wie lassen sich Nachtspeicherheizungen günstig ersetzen und Stromkosten sparen?

Eine alte Nachtspeicherheizung

Die Nachtspeicherheizung ist ein heiß diskutiertes Thema. Verbraucherschützer drängen auf ein Verbot dieser Technologie, während Energieunternehmen ihren Nutzen als Energiepuffer sehen. Wir beleuchten Vor- und Nachteile der Heizmethode, erklären, warum die Umstellung auf andere Heizsysteme bisher komplex war und stellen zeitgemäße und günstige Alternativen vor.

Günstige Alternative zur Nachtspeicherheizung: Jetzt mit Förderung wechseln und Energiekosten um 75% senken

Inhalt

1. Funktionsweise
2. Vor- & Nachteile
3. Mögliche Alternativen
4. Vorteile Luft-Luft-Wärmepumpen
5. Beispielrechnung
6. Übersicht zur Förderung

Funktionsweise einer Nachtspeicherheizung

Nachtspeicherheizungen sind eine besondere Art der elektrischen Heizung, bei der die Heizelemente innerhalb des Geräts liegen. Anstatt direkt die Umgebungsluft zu erwärmen, laden sie nachts Schamottesteine mit Wärme auf und geben diese dann tagsüber langsam über die äußere Hülle und einen Ventilator ab.

Ursprünglich in den 1950er und 1960er Jahren konzipiert, um die Auslastung von Kohlekraftwerken über Nacht zu verbessern, wird diese Heizungsart inzwischen eher als Relikt vergangener Tage betrachtet. Aufgrund von Regulierung in den vergangenen Jahrzehnten sind die früheren wirtschaftlichen Vorteile nahezu komplett verloren gegangen, während die Nachteile, wie hohe Betriebskosten und die weit verbreitete Belastung mit Asbest, überwiegen.

Vor- und Nachteile von Nachtspeicherheizungen

Obwohl die Technologie noch einige Vorzüge aufweist, gibt es zahlreiche Gründe, die für einen Wechsel auf andere Optionen sprechen. Nachfolgend ein Überblick:

Vorteile

  1. Niedriger Anschaffungspreis: Fokussiert man sich rein auf den Anschaffungspreis, gehört die Nachtspeicherheizung auch heute noch mit eine Stückpreis ab 1000 Euro zu den günstigsten dezentralen Heizungsarten.
  2. Geringer Wartungsaufwand: Einmal in Betrieb genommen ist die Nachtspeicherheizung in aller Regel zuverlässig und bedarf praktisch keiner Wartung. Dies ist beispielsweise in wenig genutzten Immobilien wie Ferienhäusern von großem Vorteil.

Nachteile

  1. Hohe Betriebskosten: Eines der Hauptprobleme bei Nachtspeicherheizungen sind die Betriebskosten. Unabhängig von der Art der elektrischen Heizung fallen etwa 20 bis 30 Cent pro Kilowattstunde an. Für eine durchschnittlich isolierte 70 Quadratmeter große Wohnung kommen so schnell über 2.000 Euro jährliche Heizkosten zusammen. Der finanzielle Vorteil in der Anschaffung ist so binnen weniger Jahren passé.
  2. Heizkomfort u. Luftqualität: Die Bedienung der Nachtspeicherheizung stellt Verbraucher häufig vor Probleme, da abends bereits der Heizbedarf für den nächsten Tag eingestellt werden muss. Wird der Bedarf zu groß eingeschätzt, führt dies zu hohen Kosten, wird er zu gering eingeschätzt, zu einer kalten Wohnung.
  3. Asbestbelastung: Geräte, die vor 1990 verbaut wurden, enthalten häufig Asbest. Heutzutage ist dieser krebserregende Stoff verboten und muss speziell entsorgt werden. Gesundheitsrisiken treten insbesondere dann auf, wenn die Nachtspeicherheizung defekt ist oder nicht ordnungsgemäß installiert wurde.
  4. Luftqualität: Die Nachtspeicherheizung erzeugt extrem trockene Wärme und wirbelt zudem mit ihren Ventilatoren den im Gerät angesammelten Staub auf. Menschen mit Asthma und Allergien empfinden dies oft als unangenehm.

Fazit zur Nachtspeicherheizung & Mögliche Alternativen

Neben dem Problem der Asbestbelastung sind Nachtspeicherheizungen vor allem  aufgrund ihres hohen Stromverbrauchs und hoher Betriebskosten aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht im Grunde keine zukunftsfähige Lösung mehr.

Ein Wechsel zu anderen Alternativen war jedoch bisher mit einem beträchtlichen operativen und finanziellen Aufwand verbunden, da oft nur eine Zentralisierung als mögliche Option in Betracht gezogen wurde. Dies beinhaltet jedoch die Verlegung von Hauptleitungen sowie umfangreiche Umbauarbeiten am Gebäude über Wochen und Monate.

In den letzten Jahren etablieren sich deshalb mehr und mehr dezentrale Lösungen, welche nicht nur zeitsparend und kostengünstig in der Installation, sondern auch effizient im Betrieb sind. Besonders hervorzuheben sind hier Luft-Luft-Wärmepumpen (auch Multi-Split Geräte genannt), welche niedrige Installationskosten mit geringen Betriebskosten kombinieren.

Moderne Luft-Luft-Wärmepumpen versorgen mit einem Außengerät pro Wohnung bis zu fünf Innengeräte und können so passgenau den Wärme- und Kühlbedarf pro Raum bereitstellen. Da sie wie andere Wärmepumpen der Außenluft Energie entziehen, arbeiten sie besonders effizient und produzieren 4-5 kWh Wärme aus jeder kWh Strom, so können sie den Energiebedarfs im Vergleich zu Nachtspeicherheizungen um mehr als  75% zu senken. 

Vor- und Nachteile von Luft-Luft-Wärmepumpen als Alternative zu Nachtspeicherheizungen

Obgleich in Deutschland noch wenig verbreitet, sind Luft-Luft-Wärmepumpen seit Jahrzehnten in skandinavischen Ländern wie Schweden oder Norwegen im Einsatz. Nachfolgend eine Übersicht über die Vor- und Nachteile:

Vorteile

  1. Geringe Einbaukosten: Mit einer Umbauzeit von 1-2 Tagen und Kosten von ca. 6000 € pro Wohnung (nach Förderung) gehören Multi-Split Geräte mit Abstand zu den günstigsten GEG-konformen Alternativen für eine Nachtspeicherheizung.
  2. Effizient selbst bei geringer Dämmung: Multi-Split Geräte funktionieren selbst in schlecht gedämmten Gebäuden mit hoher Effizienz, da eine wesentlich geringere Vorlauftemperatur im Vergleich zur herkömmlichen Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt wird.
  3. Zusätzliche Kühlfunktion: Zusätzlich zur Heizfunktion erlauben Multi-Split Geräte in zunehmend wärmeren Sommern komfortabel und effizient zu kühlen.
  4. Erprobte Technik: In skandinavischen Ländern wie Schweden und Norwegen werden Multi-Split Geräte seit Jahrzehnten verbaut und haben sich als effiziente und verlässliche Technik bewiesen.

Nachteile

  1. Geräusche des Außengerätes: Schlecht gewartete oder verunreinigte Außengeräte können zu unerwünschten Schallemissionen führen. Durch regelmäßige Wartung und moderne Schallschutzhauben lassen sich diese Probleme allerdings vorbeugen.
  2. Ästhetik: Mitunter werden die Aussengeräte als wenig ästhetisch wahrgenommen. Mit modernen Schallschutzhauben lässt sich allerdings auch diese Problematik deutlich mildern bzw. lösen.
  3. Höherer Wartungsaufwand: Eine jährliche Wartung des Geräts zur Instandhaltung und Reinigung der Filter wird empfohlen. Im Vergleich mit einer Nachtspeicherheizung entsteht so ein leicht höherer Wartungsaufwand von ca. 200 Euro pro Jahr.

Beispielrechnung

Folgende Beispielrechnung macht die Einsparungen einer Luft-Luft-Wärmepumpe im Vergleich zu einer Nachtspeicherheizung deutlich:

  • Fokussiert man sich nur auf die Betriebskosten, so fallen in einer durchschnittlichen 70 m2 Wohnung mit zwei Nachtspeicherheizungen ca. 2000 Euro Heizkosten pro Jahr an.
  • Nutzt man eine Luft-Luft-Wärmepumpe auf gleicher Fläche, so fallen jährliche Betriebskosten inklusive Wartung für den Mieter von ca. 900 Euro an.
  • Bezieht man nun die Anschaffungskosten von ca. 6000 Euro nach Förderung mit ein, so rechnet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe im Vergleich zu einer Nachtspeicherheizung schon nach weniger als fünf Jahren. Über einen Zeitraum von 15 Jahren spart man sogar mehr als 35%.

Förderung & Umlegbarkeit von Luft-Luft-Wärmepumpen

Für die Jahre 2024 und 2025 sind derzeit Förderungen für Luft-Luft-Wärmepumpen in Höhe von 55% der Investitionskosten verfügbar. Dies schließt einen Geschwindigkeitsbonus von 25% ein, der ab 2026 kontinuierlich abnehmen wird. Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Vermieter besteht darin, dass der Einbau der Luft-Luft-Wärmepumpen als Heizungstausch eine umlagefähige Maßnahme ist, bei der die Mieter an den Kosten beteiligt werden können. Trotz der erhöhten Mieten sinken jedoch die Warmmieten auf Grund der gesenkten Heizkosten, so dass sowohl Mieter wie Vermieter profitieren und die Wohnung attraktiver zu vermieten wird. 

Letztlich ist noch hervorzuheben, dass Luft-Luft-Wärmepumpen eine GEG-konforme Lösung sind welche die Energieeffizienzklasse des Gebäudes und somit auch den Gebäudewert verbessern können, da sie zu einer erheblichen Senkung des Energiebedarfs beitragen. 

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